Alles im Leben hat einen Preis, IMMER! Von daher - zu welchem Preis kann der Traum vom eigenen Boot erfüllt werden? Low budget+keep it simple oder Erbengeneration? Segelboot oder Segelyacht? Do it yourself oder Werftkunde? Wickeltisch mit Mast oder schwimmender Kühlschrank für Trinkgelage am Steg? Weltumsegelung oder Binnenrevier? Handwerklicher Perfektionist oder Nur-im-Notfall-Schrauber?

Wieviel kann ich ausgeben? Oder besser, wieviel will ich ausgeben?

 

Und hier sind meine ganz persönlichen Antworten:

 


Wie Alles begann:

Nach einem Chartertörn mit Freunden im Juni 2014 war ich vom Segeln so begeistert, dass ich - eigentlich wie jeder begeisterte Anfänger - erstmal Berge von Segelzeitschriften und Bücher studiert habe.

Die Entscheidung  war schnell getroffen: ich will weitermachen!




Der Verlauf:

Weitere Charter- und Ausbildungstörns folgten, Unterricht in einer tollen Segelschule und viele Abende und Wochenenden des Lernens führten dann zum Sportbootführerschein See, zum SKS-Schein und zum UBI+SRC Funkzeugnis.

 

In dieser Zeit fuhr ich verschiedene Segelboote von 29 bis 38 Fuß und stellte mit vor wie es wäre, ein eigenes Boot zu besitzen... endlich unabhängig... Sauberkeit, Ordnung, technischer Zustand und angemessene Handhabung so wie ich es will... Gedanklich nahm das Projekt Gestalt an und erste Kostenbetrachtungen kamen zu Papier - bzw. füllten Excel-Tabellen... Bootskauf, Nachinvestition (Refit / Ausrüstung), Unterhalt, Hafen+Winterlager, Reisekosten usw. aber auch eine Übersicht, was ist günstiger? Eigner oder Charterkunde? Das Abwägen von Vor- und Nachteilen und schließlich die Erkenntnis, die Entscheidung für ein eigenes Boot kann ich nicht nur sachlich treffen - "lohnt" sich ein eigenes Boot?" Es ist vor allem eine emotionale Entscheidung und eine Entscheidung für ein Projekt, das nicht nur viel Zeit, sondern auch viel Geld investiert werden muss...

 

Die Entscheidung:

Ein eigenes Boot muss her, also Suche im Internet, Zeitschriften, Messebesuchen und in den ersten Häfen herumgestöbert. Auf YouTube jede Menge Filme von Segelbootanfängern geschaut und dann die ersten Besichtigungtermine:

Und die ersten Enttäuschungen! Also erst mal Bootgröße nach unten und Preisvorstellung nach oben korrigiert...

 

1. Erkenntnis:  Und meine Tipp's für Segelboot Suchende:

Es gibt kein "GUTES" Segelboot zu "KLEINEM" Preis!
Die Suche nach der Top-gepflegten Rentneryacht mit neuem Motor, neuen Segeln, Osmosefrei und postivem Gutachten - und das alles zum Schnäppchen-Preis... "nur in gute Hände abzugeben"... Viel Spaß beim Suchen :-)

 

2. Erkenntnis:

Der Zustand der Boote entsprach nie meinen Erwartungen, die ich Aufgrund der Beschreibung in den Verkaufsanzeigen hatte. Unfassbar, wie ungeniert Schmutz und unangenehme Gerüche, Schimmel und Unordnung, handwerkliche Sünden, Verschleiß und Schäden vorgeführt wurden.

 

3. Erkenntnis:

Irgendwann kommt es dann, das Boot welches in Frage kommen könnte, immer noch über dem Budget, und noch einige Sachen zu machen, ein vertrauenswürdiger Anbieter, der Liegeplatz ist auch OK... also Zugriff!

Aahhhh Neiiiiin... 3 Tage zu lange überlegt, das Boot ist weg... So ein Mist... es gibt noch mehr Leute, die an guten Gebrauchtbooten interessiert sind... Also, weitersuchen!

 

Kurskorrektur

So habe ich erstmal in Ruhe mein persönliches Pflichtenheft überarbeitet. Das Boot soll groß genug für eine gewisse Seetüchtigkeit und so klein sein, dass ich noch Einhand damit klar komme. So groß, dass zwei Erwachsene wirklich komfortabel reisen können und so klein, dass die Gesamtheit der Technik und des Zustandes noch erfassbar ist und der Bootkauf ohne Begleitung eines Sachverständigen (Kosten!) möglich ist... schwieriges Thema...

 

Am besten ein Serienboot einer großen Werft, und dann für ein bestimmtes Modell entscheiden, dass macht anschließende Vergleiche viel einfacher und nimmt ein wenig von der Sorge etwas zu übersehen. So sollte es dann eine Dufour 2800 oder Dufour 29 werden, jeweils einige hundert in Serie gebaute Boote, gute Raumausnutzung, sicheres Segelverhalten, Verfügbarkeit ok und Preise auch noch ok.

 

Mein Budget sollte zu 2/3 für den reinen Kauf, und zu 1/3 für "Nachinvestition" wie Refit - Ausrüstung - Modifizierungen - aufgeteilt sein... Dazu später mehr...!